Artikel-Schlagworte: „Wohnmobil“
Preiswerter Urlaub im Wohnmobil trotz Multiple Sklerose
Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie man als Rollstuhlfahrer von Garmisch nach Flensburg reisen kann? Wo ein Gasthof ist, in dem man dann ohne Aufwand eine Mahlzeit einnehmen kann, in dem man ein Zimmer mieten kann, dass erschwinglich ist und zusätzlich noch eine Toilette und Dusche hat, die man auch als Rollstuhlfahrer/in benutzen kann und deren Tür nicht nach innen aufgeht? Na… so einfach ist das gar nicht.

Wenn man nur über geringe finanzielle Mittel verfügt und kein Interesse an Freizeiten in Behindertengettos hat, ja dann bleibt man einfach zuhause, sieht nichts von der Welt und lebt vergessen und unzufrieden so vor sich hin.
Eine große Gruppe von Behinderten an Multipler Sklerose erkrankter Menschen geht es so. Diese Krankheit tritt oft in jungen Jahren – 18 bis 25 – zum erstenmal auf. Bei einem aggressiven Verlauf ist man in wenigen Jahren arbeitsunfähig und muss von einer kleinen Erwerbsunfähigkeitrente leben. Reisen ist da ein Luxus, den sich nur die Reichen unter den Behinderten leisten können.
Meine Frau hat Multiple Sklerose mehrfachbehindert, rollstuhlpflichtig, inkontinent und hat in ihrem Behindertenausweis hilflos und die Notwendigkeit ständiger Begleitung eingetragen. Wir hatten das Glück, dass ich für meine Frau einen Wohnwagen so einrichten konnte, dass sie nun bequem eine Mahlzeit einnehmen kann, es sind eine Toilette und eine Dusche vorhanden und natürlich auch ein geeignetes Bett.
Auf einer Reise kam uns nun der Gedanke: “Wie kann man all den anderen helfen, damit sie auch einmal heraus in die Natur oder eine andere Stadt kommen?“
Wir haben uns mit Angehörigen und MS-Kranken zu einer Gruppe zusammengeschlossen und wir möchten dieses Problem für wenigstens einige lindern. Unsere Idee ist es, ein oder mehrere Wohnmobile von ausreichender Größe so einzurichten, dass sie behindertengerecht sind. Dazu gehören unter anderem Rampen und Decken- oder Umsetzlifte, eine Dusche mit Sitz, eine behindertengerechte Toilette und Stauraum für die Unterbringung eines Elektrorollstuhls. Dieses Mobil soll dann an MS-Behinderte und andere Schwerstbehinderte mit Begleitung, die das Mobil bedienen und fahren können, gegen Erstattung eines geringen Kostenbeitrags oder – bei entsprechender sozialer Lage kostenlos – ausgeliehen werden. Die Kosten für ein solches Mobil mit Umbau liegen bei ca. 120.000 € und das ist das Problem. Wir hoffen auf Spenden. Wir haben einen eingetragenen Verein gegründet, den MS-Mobil e.V, der vom Finanzamt als mildtätig anerkannt wurde. Nun müssen wir über den Verein Spenden sammeln um so die Beschaffung sowie das Ausleihen und den Unterhalt zu organisieren.
Wenn es uns gelingt, und wir sind sicher, dass es gelingt, dann soll es flächendeckend über ganz Deutschland Wohnmobile für Behinderte geben. Die Gründungsmitglieder kommen auch aus ganz Deutschland von Baden-Württemberg bis Schleswig-Holstein. Heute haben wir auch schon ein Mitglied in den USA, dessen Vorfahren aus Dänemark stammen.
Es müssen nicht immer große Beträge von großen Firmen oder Wirtschaftsunternehmungen sein, obwohl wir uns über einen großen Sponsor sehr freuen würden, nein die kleinen Beträge helfen uns einer vergessenen Randgruppe der Gesellschaft – den Schwerstbehinderten – ein klein wenig Lebensfreude zu vermitteln. Bitte helfen auch Sie uns zu helfen.
Vier Jahre haben wir nun unser Mobil. 52-mal konnten wir Menschen, die sonst keine Möglichkeit hatten zu reisen, glücklich machen. Einmal musste die Reise wegen Krankheit nach wenigen Tagen abgebrochen werden aber trotzdem erhielten wir einen Brief, aus dem Dankbarkeit spricht.
Über die Freude und den Dank, die wir entgegennehmen konnten täuscht aber nicht hinweg, dass 2009 über 80 Anfragen nicht erfüllt werden konnten. Sie wurden auf spätere Zeiten vertröstet und teilweise auch schon für die Jahre 2010 bis 2011 vorgebucht. Beide Jahre sind bis auf ein oder zwei Zeiträume ausgebucht. Wenn unser Bekanntheitsgrad in den Bereichen der schwerstbehinderten Rollifahrer steigt, und davon ist auszugehen, dann wird die Anzahl der Ablehnungen noch größer werden.
Es ist nicht zu übersehen, wir benötigen dringend ein oder zwei neue Wohnmobile. Aber woher das Geld nehmen? Spenden kommen nicht mehr in dem Maße wie noch vor einigen Jahren. Firmenspenden gibt es nicht mehr, es sei denn im Sponsoring mit Werbung, dass ist uns aber wegen der Gemeinnützigkeit untersagt, wir würden steuerpflichtig werden.
Wir sparen aber weiter, jeder Cent geht in unsere Idee behinderten Menschen zu etwas Lebensfreude zu verhelfen. Und die letzten vier Jahre haben bewiesen, dass unser Weg richtig ist. Daher benötigen wir auch Ihre Spende.
Wir stellen über jede Spende eine Zuwendungsbescheinigung für die Einkommensteuer aus, dazu benötigen wir Ihren Namen und Ihre Anschrift auf dem Überweisungsträger.
Weiterführende Informationen unter:
gez. Friedrich A. Engberding
Geschäftsführer
MS-Mobil e.V.
http://msmobil.de
Shop für Sanitätsartikel & Seniorenbedarf 